SKURRILITÄTEN 2011: WORÜBER SICH DIE EMPLOYER BRANDING COMMUNITY GEWUNDERT HAT

Worüber hat sich die Employer Branding Szene 2011 am meisten geärgert? Wir haben Wissenschaftlicher und Menschen aus der Community gefragt, die das Employer Branding Geschehen beobachten. Skurrilitäten und Ärgernisse im Employer Branding 2011 – fünf Kommentare:


„Das Employer Branding in Deutschland degeneriert immer mehr zum gruseligen Halloween – aber nicht als innovativer Wettstreit der Kreativität, sondern als krampfhafter Versuch, genau den gleichen Plastik-
kürbis ins Fenster zu stellen, der bei allen anderen Unternehmen konformistisch und langweilig die Fassade prägt.“

Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz, Lehrstuhl für Organisation, Personal- und Informations-
management an der Universität des Saarlandes


„Ein Knaller war die Aktion der Firma Reisser, die mit einer Bierverlosung auf Azubi-Jagd gegangen ist. Grundsätzlich halte ich Gewinnspiele für untauglich – und dann auch noch Azubis mit Bier anlocken:
no comments! Leider ist die Seite nicht mehr online – lediglich ein Screenshot auf personalmarketing2null.

Robindro Ullah, Social Media Employer Branding Pionier der ersten Stunde


„Social-Media-Verbote für Mitarbeiter verweisen auf mangelndes Vertrauen der Unternehmen gegenüber ihren Mitarbeitenden. So trägt die Bildung virtueller Netzwerke z. B. zur Entstehung von Markenge-
meinschaften bei. Selbstverständlich sind mit der Akzeptanz von Social Media im Unternehmen auch Risiken verbunden. Diesen Risiken kann jedoch durch entsprechende Maßnahmen, z. B. durch Verhaltensregelungen, begegnet werden.“

Prof. Dr. Manfred Bruhn, Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre, insb. Marketing und Unternehmensführung der Universität Basel und Honorarprofessor der TU München


„Ich wundere mich nur noch über eins – sagenhafte Verschwendung: Ist es richtig, dass hochqualifizierte Mitarbeiter das Fundament innovativer Unternehmen und Cluster sind? Wenn ja, warum bekommen die meisten guten Bewerber Absagen? Damit meine ich die zweit-, dritt- und viertplatzierten Bewerber, die auch gut sind und sich bereits für eine Region oder eine Branche entschieden und dort beworben haben. Warum werden Bewerber nicht mit der ersten Bewerbung in einer Region und Branche gebunden?“

Martin Gaedt, Gründer und Geschäftsführer des Talentpool-Anbieters YOUNECT


„Ganz nach dem Motto ‚Lasst uns mal schnell zu Facebook und die guten Leute holen’, hat man das Gefühl, dass die Plattform inzwischen zur Antwort auf alle Probleme geworden ist. Facebook ist immer noch eine Plattform, auf der Studierende primär privat auftreten. Sie sind dort nur bedingt auf der Suche nach ihrem zukünftigen Arbeitgeber. Es ist eine Plattform, die genauso wie alle anderen Marketing-
maßnahmen geplant und mit einem Konzept versehen sein muss, sonst geht das Ganze schnell nach hinten los.“

Dejan Latinovic, 1. Nationaler Vorsitzender des studentischen Verbands MTP – Marketing zwischen Theorie und Praxis e. V.


„Ich habe mich am meisten darüber gewundert, dass auch 2011 einige Berater und Agenturen den Unternehmen immer noch vorgaukeln, sie könnten Arbeitgebermarke werden, wenn sie Selbstverständ-
lichkeiten wie Engagement, Innovation oder Verantwortung als Arbeitgeberpositionierung bzw. EVP deklarieren.“

Wolf Reiner Kriegler, Gründer und Geschäftsführer der Deutschen Employer Branding Akademie

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